Schnippschnipp
Also manchmal ist man ja schon ein bisschen naiv. Ich dachte eigentlich, es ginge um eine Vasoresektion. Und als er hier wieder aus dem Kennel steigt, ist er quasi totalentkernt. Armer Kerl.
Andererseits – es mag auch seine Vorteile haben *nachdenk*…
…
Ja, es mag seine Vorteile haben.
Fakt ist aber, unsereiner hätte das nicht so leicht weggesteckt. Ich hätte keine Lust, schon wenige Stunden danach wieder so beherzt von der Anrichte zu hüpfen. Oder mich ausgiebig zu schlecken. Oder mir von Rome den Kopf zwischen die Beine stecken zu lassen.
Und jetzt sitzt er hier neben mir und schaut mit Snooker. Ding Junhui gegen Piotr Murat. Referee ist Michaela Tabb. Eigentlich sollte er wie ein ganzer Kerl wegen der Schottin so aufmerksam zuschauen, aber er streckt sich lieber nach den flitzenden Snookerbällchen. Was mich wieder zu den seinen bringt.
Wüsste ich nicht, was gestern war, käme ich wohl auch nicht drauf. Ihm ist nichts anzumerken.
Rome hingegen macht seit gestern Abend den Eindruck, als würde sie gerne mal gepflegt kotzen.
Als ich gestern mittag nach Hause kam, dachte ich eigentlich, sie ein wenig irritiert hier vorzufinden. Doch weit gefehlt.
Dass sie ihn nicht mag, war mir vorher auch schon klar. Aber dass sie so aufblüht wenn er weg ist, war etwas seltsam festzustellen. Vor Wonne durch die Wohnung gekullert, sich überall abgerollt, dauergeschnurrt, an mir rumgeklettert, ausgiebig, aufmerksam und interessiert gespielt und als ich eingeschlafen bin ziwschendurch hat sie sich so sehr Mühe gegeben, mich wieder wach zu bekommen (vergeblich). Sie war seit langem mal wieder die Alte – die, als die ich sie kannte.
Sie hat sich gefreut, als er weg war.
Jetzt ist er wieder da, und sie ist enttäuscht.
(Ooooooh, Michi Tabb erlegte soeben eine Fliege auf dem Snooker-Tisch mit einem Geschick, das an Anmut kaum noch zu überbieten ist…)
Er sitzt hier, sie liegt irgendwo anders, irgendwo, wo sie weder mich noch ihn sehen muss. Und irgendwie tut sie mir leid.
Mehr als er, obwohl an ihr keiner rumgeschnippelt hat.
Nicht physisch, jedenfalls.